26.09.2008 BAI: Leerverkäufe nicht Grund für Finanzkrise
Bonn (hedgefondsweb.de) - Leerverkäufe spielen nach Angaben des Bundesverbandes Alternative Investements (BAI) für deutsche Hedgefonds eine untergeordnete Rolle. Mit Blick auf das Leerverkaufsverbot für elf deutsche Finanztitel betonte der erste Vorsitzende des Bundesverbandes Alternative Investments, Achim Pütz, im Rahmen des siebten BAI-Forums zudem, dass die Leerverkäufe für "die derzeitige Krise der globalen Finanzmärkte nicht verantwortlich" seien.
Nach Ansicht von Arne Holzhausen, Leiter des Banking-Teams bei Allianz Dresdner Economic Research, liegen die Ursachen für die gegenwärtigen Marktturbulenzen in einem Zusammentreffen der Zinspolitik der US-Notenbanken der vergangenen zehn Jahre und "einer sorglosen Kreditvergabe und Verbriefungspraxix US-amerikanischer Verbaucher". Pütz sagte, dass Leerverkäufe für effizeinte Märkte eine große Bedeutung hätten und wichtig für liquide Märkte seien.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte am vergangenen Freitag die Leerverkäufe von folgenden elf Finanztiteln bis zum Jahresende untersagt: Aareal Bank, Allianz, AMB Generali Holding, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Postbank, Hannover Rückversicherung, Hypo Real Estate, MLP, Münchener Rückversicherungsgesellschaft. Die BaFin begründete das Verbot damit, dass in der derzeitigen Marktsituation Shortselling Finanzunternehmen „in den Untergang treiben” könne.